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Die Burg Sooneck
 

Unser Rundgang beginnt wenige hundert Meter vor dem Ortskern von Niederheimbach und endet schließlich unterhalb der Burg Hohneck (Heimburg),die unserem Ort seinen Namen gab.

Die Burg Sooneck wurde vermutlich im 11. Jahrhundert erbaut, um einem Teil der Vögte der Abtei Cornelimünster Wohnraum zu bieten. Deren Aufgabe war das Schützen der Ländereien der Abtei. Im 19. Jahrhundert wurde die Burg von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen zum Jagdschloss umgebaut. Mit ihren Umbauelementen aus der Zeit der Rheinromantik stellt sie heute ein interessantes Beispiel mittelalterlicher Rheinburgenbaukunst da.

 

Der Meilenstein
 

Der Meilenstein am Ortseingang von Niederheimbach (aus Richtung Bingen kommend) ist ein Obelisk mit Entfernungsangaben aus dem 19. Jahrhundert. Inschrift: CÖLN 18 M COBLENZ 6 ½ M Mainz 5 ½ M

Das Heiligenhäuschen
 

Nach drei schweren Unwettern in den Jahren 1878,1878 und 1878 war das Heiligenhäuschen am Beginn des Waldweges in sehr schlechtem Zustand. Im Jahr 1881 wurde es schließlich wieder neu aufgebaut. In der Nacht vom 28. zum 29. Nov. 1891 wurde die Glastür des Heiligenhäuschens am Ende des Ortes eingedrückt und der Opferstock nebst Inhalt entwendet. Einige Tage später wurde die Opferkasse von Kindern in der Nähe des Bahnhofs gefunden. Sie war aufgebrochen und es wurden nur noch 87 Pfennige im näheren Umkreis gefunden. Bis heute steht es an seinem alten Platz und wurde neu hergerichtet, sodass von den alten Unwettern und Zwischenfällen nichts mehr zu sehen ist.

Die Hochwassermarken
 

In Niederheimbach finden sich sechs Hochwassermarken aus Gusseisen. Sie befinden sich an der Unterführung zum Rhein und markieren den Rheinwasserstand aus den Hochwasserjahren 1882, 1920, 1925-26, 1955, 1970, 1983.

Ehemalige Bürgermeisterei
 

Seit 1800 gehörte Niederheimbach zum französischen Staatsgebietes im Departement „Rhin-et-Moselle“. Damals wurde in Niederheimbach eine „Mairie“ eingerichtet, die die Orte Oberheimbach, Trechtingshausen und Niederheimbach verwaltete. Als das Gebiet am Mittelrhein 1826 an Preußen fiel, wurde diese „Mairie als „Bürgermeisterei“ unverändert in die preußische Verwaltung übernommen. Der Bürgermeister und zwei Beigeordnete hatten zunächst ihre Diensträume in der Schule bis 1873 der Bau eines eigenen Bürgermeistereigebäudes in Angriff genommen werden konnte. Heute befindet sich die Gemeindeverwaltung im Bürgerhaus, der alten Schule, im Heimbachtal 32.

Der Rheinische Hof
 

Den ehemaligen „Rheinischer Hof“ gibt es bereits seit dem 17. Jahrhundert. Er befindet sich an der heutigen Rheinstraße 48 und war viele Jahre das Gemeindehaus des Ortes. Der filigrane Hauptflügel ist ein Fachwerkbau und auf 1681 datiert. Die Fassade hat einen barocken Anbau mit Fachwerk und der dazugehörige Keller stammt aus dem Jahr 1771. Das Fachwerk wurde im 19. Jahrhundert verändert und das Erdgeschoß besteht aus Massivteilen. Das Haustürblatt stammt ebenfalls aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Heute ist das Haus teilweise vermietet und bietet mit seinem großzügigen Saal den idealen Platz für die Sitzungen des örtlichen Karnevalvereins.

Kath. Pfarrkirche
 

Es ist ein erster steinerner Kirchenbau im romanischen Stil aus dem 12. Jahrhundert beurkundet. Reste davon sind im Fundament des Kirchturms vorhanden. Die erste Kirche war dem Hl. Nikolaus geweiht. 1515 – 1529 wurden erste Erweiterungen des Kirchenbaues vorgenommen. 1639 wurde die Kirche während des Dreißigjährigen Krieges mit allen umliegenden Häusern von französischen und weimaranischen Truppen niedergebrannt. 1646 begann der notdürftige Wiederaufbau der Kriche. Sie konnte jedoch erst 1699 fertig gestellt werden. Ab 1750 wurde die zweite Erweiterung begonnen und bereits 1754 durch die feierliche Einweihung beendet. 1834 konnte eine neue Orgel der Orgelbauerfamilie Stumm in Betrieb genommen werden und 1855 erhielt die Kirche ein neues Geläute mit drei Glocken. Die heutige Gestalt erhielt die Kirche nach dem Umbau im Jahre 1915, der Dank der Spende einer Niederheimbacher Schifferfamilie durchgeführt werden konnte. Ein Kirchenschiff im neugotischen Stil wurde quer zur alten Bausubstanz in den alten Kirchenbau integriert.

Kriegerdenkmal
 

Das Denkmal der Gefallenen Soldaten des 2. Weltkrieges befindet sich in der heutigen Muttergottes-Kapelle der Kirche „Maria Himmelfahrt“. Es besteht aus einer zinnen bekrönten Schauwand mit Relief (Kruzifixus und Gottvater) in einer Schmiedeeisernen Einfriedung. Als im Sommer 1914 der Erste Weltkrieg begann, wurde am 1. August in ganz Deutschland die allgemeine Mobilmachung angeordnet. Bereits am 2. August rückten die Soldaten und Reservisten aus den Dörfern des Heimbachtals zur Bahnstation aus. Insgesamt wurden 140 Männer aus Oberheimbach und 145 Männer aus Niederheimbach in den ersten 5 Kriegsmonaten eingezogen. Viele von Ihnen kamen nicht mehr zu ihren Familien zurück. Um ihnen zu gedenken, wurde das Kriegerdenkmal errichtet.

Der Bahnhof
 

1856 begann der Bau der Eisenbahn von Köln nach Bingerbrück als linksrheinische Verbindung von Holland nach Süddeutschland. Mit der Einweihung 1859 begann am Mittelrhein das Eisenbahnzeitalter. Die nächsten Bahnhöfe waren damals Bacharach und Bingerbrück. Erst 1878 erhielt Niederheimbach eine Bahnhaltestelle und verband das Heimbachtal sowie das Diebachtal mit Bingen, Mainz und Koblenz. Bis 1895 lag diese Haltestelle auf dem Gebiet von Oberdiebach. Erst durch die Landreform kam das Gelände zu Niederheimbach. 1908 wurde das Bahnhofsgebäude im Jugendstil errichtet und diente bis 1996 der Steuerung der Bahnstrecke zwischen Bacharach und Trechtigshausen. Seit 2011 befindet sich im Erdgeschoss des Bahnhofs ein Infocenter der Stadtwerke Mainz. Dort informieren die Stadtwerke über das geplante Pumpspeicherkraftwerk (PSW) Heimbach.

Die Burg Hohneck (Heimburg)
 

Die Burg wurde von 1295 bis 1305 von Erzbischof Gerhard II. von Mainz als Wehrburg gegen die Machtansprüche der Kurpfalz erbaut, deren Landbesitz bis zum Heimbach ging. Sie war keine Ritterburg im herkömmlichen Sinne, wie es die Raubritterburgen Sooneck und Reichenstein waren, sondern eine Festung mit Soldaten. Nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg 1639 durch französische und weimaranische Truppen zerfiel sie und wurde von den Einwohnern als Steinbruch für den Häuserbau genutzt. Erst ab 1879 begann der Wiederaufbau durch die damaligen Eigentümer v. Wakkerbarth und Rabeneck. Durch sie erhielt die Burg ihre heutige Gestalt. Sie erhielt damals auch die Zufahrt vom Heimbachtal und eine Brücke über den „Kuhweg“. Die Burg ist heute in Privatbesitz und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der Torbogen-Ortsbefestigung
 

Überreste der mittelalterlichen talseitigen Ortsbefestigung und der Torbogen stammen noch aus dem 12. Jahrhundert. Die Bruchsteinmauer mit anschließendem Wehrgang ist auch im Wohnhaus Hinterbach 3 verbaut (Torturm). Weitere Reste finden sich bei Heimbachtal 22 und Hinterbach 2. Zwischen dem noch heute gut erhaltenen „Bogen“ der alten Befestigungsmauer und dem alten Feuerwehrhaus befand sich der 1960 abgerissene Niederheimbacher Ochsenstall. Genau an dieser Stelle hatte einst der „Templer-Orden“ sein „Heilig-Grab-Gut“. Die Ringmauer war noch gut erhalten. Ein Teil davon wurde zusammen mit dem Ochsenstall Ende der 50er/ Anfang der 60er Jahre abgerissen. Dank der Aufmerksamkeit einiger Bürger wurde der „Bogen“ noch vor dem völligen Abriss gerettet.

Das ehm. Jagdhaus
 

Das ehemalige Jagdhaus der Heimburg wurde nach 1900 über einen längeren Zeitraum auch als Ölmühle genutzt. Der malerische Fachwerkbau besteht aus einigen neugotischen Renaissancemotiven, einem Eckerker und Laubengang.

Der Kindergarten
 

Der Kindergarten wurde 1971 bis 1972 von der Gemeinde Niederheimbach erbaut und ist seit dieser Zeit der gemeinschaftliche Kindergarten der Gemeinden Oberheimbach und Niederheimbach. Er bietet Platz für bis zu drei Gruppen mit je bis zu 25 Kindern. Zusätzlich gibt es einen Sport- und einen Schlafraum sowie weitere kleinere Räumlichkeiten.

Der Kuhweg/Märchenweg
 

Der Kuhweg war frührer der einzige Hauptweg für Bauern und Winzer um an ihre Felder und Weinberge zu gelangen. Er führte von der Rheinstraße, früher "Flecken" genannt, nahe an der Heimburg vorbei, hinauf an die Grundstücke über dem Ort. Heute verbindet der untere Teil des Weges das Neubaugebiet mit dem alten Ortskern. Die Kuhwegsinteressengemeinschaft hat ein Teilstück des Weges in den letzten Jahren in einen Märchenweg umgewandelt. In ihm wurden die vor dem Verfall bewarten und wieder restaurierten Figuren aus dem ehemaligen Märchenhain wieder aufgestellt und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Der Märchenweg beginnt heute unten im Ort am Champtoceaux- Platz mit „Hänsel & Gretel"; trifft auf den Kuhweg am Fuße der Heimburg, wo sich „Der gestiefelte Kater" befindet; führt weiter über den „Froschkönig" und „Dornröschen“ zum „Mutterdenkmal"; weiter geht es vorbei am „Däumling", dem „Rotkäppchen und dem bösen Wolf", dem „Goldesel", „Schau-ins-Land". Der Märchenweg endet am Kindergarten mit der Gruppe vom „Wolf und die sieben Geißlein". Weitere Figuren lassen sich in der angrenzenden Burggärtnerei finden. Der Kuhweg führt weiter hinauf auf die Höhenlagen über Niederheimbach. Hier endet unser Rundgang.